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War das ein Erlebnis!
16 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 11, 12 und 13 des Gymnasiums Schwertstraße hatten unter der Leitung von Herrn Bornefeld und Frau Isgen die Gelegenheit, zusammen mit 6 Mädchen und zwei Kolleginnen des Wuppertaler Gymnasiums an der Bayreuther Straße die gesamten Osterferien in Indien zu verbringen. Die Schwertstraße wurde damit Teil eines Austauschprojektes dreier Gymnasien des Bergischen Städtedreiecks Wuppertal-Solingen-Remscheid mit der Springdales School in New Delhi.
Der deutsch-indische Schriftsteller und Journalist Rajvinder Singh, der sowohl in Berlin als auch in Delhi zu Hause ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Deutsche in einen produktiven Kontakt mit seinem riesigen Heimatland zu bringen. Ihm geht es nicht um einen klassischen Schüleraustausch, sondern um die wirkliche Konfrontation mit einer anderen Welt und das vollständige Eintauchen in eine neue Kultur. Ihm ist auch die Reflexion und ihre Verarbeitung wichtig, weshalb am Ende einer unglaublich beeindruckenden Rundreise durch den Norden des Subkontinentes eine Schreibwerkstatt stand, in deren Verlauf die beteiligten Schülerinnen und Schüler unter seiner Betreuung und mit seiner Hilfestellung literarische Reiseberichte verfassten. Die Springdales School in Delhi stellte mit herzlicher Gastfreundlichkeit dafür ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.
Rajvinder Singh öffnete uns Türen zu atemberaubenden Erfahrungen, deren ausführliche Darstellung wir bald den Produkten der Schreibwerkstatt entnehmen können werden. Stichwortartig für unsere Erlebnisse seien die Etappen unserer Reise genannt:
- Amritsar mit seinem Goldenen Tempel der Sikhs und der spektakulären Wachablösung (Beating the Retreat) am einzigen offiziellen Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan bei Wagah. Begegnung mit dem Kommandierenden der Grenztruppen.
- Jalianwala Bagh, der Innenhof eines Gebäudekomlexes in Amritsar, wo im April 1919 die Briten ein unvorstellbares Massaker unter friedlichen und unbewaffneten indischen Freiheits- und Unabhängigkeitsdemonstanten anrichteten.
- Panchkula Palast und Gärten sowie das unter Mitwirkung des französischen Künstlers Le Corbusier geometrisch angelegte Chandigar. Hier organisierte Raj eine Begegnung mit dem legendären Begründer und Betreiber des „Rock Gardens“, Nek Chand, der uns im Gespräch Rede und Antwort stand und uns am Schluss der Begegnung ein handsigniertes Buch über seine Kunst und seinen Garten überreichte.
- Fahrt mit dem Weltkulturerbe-geschützten „Toy Train“ im Himalaya von Dharampur bis Kalka.
- Die Stadt Agra mit seinem historischen Fort und dem weltberühmten Taj Mahal, dem „Liebesgedicht in Marmor“.
- Die seit Jahrhunderten verlassene „Geisterstadt“ Fathepur Sikri, ehemalige Haupt- und Residenzstadt des Kaisers Akbar.
- Jaipur mit seinem Palast der Winde, dem grandiosen kaiserlichen Stadtpalast, einem unvorstellbaren Verkehrsgewühl sowie der auf Elefantenrücken erklommenen Festung Amber Fort.
- Die Millionenstadt Dehradoon und die heiligen religiösen Nachbarorte Rishikesh und Haridwar am Ganges. In Rishikesh ermöglichte Raj eine Begegnung mit dem über 80-jährigen indischen Umwelthelden Sunderlal Bohugunan (‚Ghandi der Bäume’ / R.Singh), der im September einen internationalen Preis für Umweltschutz in Bonn entgegen nehmen wird. Nach dem intensiven Gespräch mit ihm von der Dachterrasse unseres Hotels gemeinsam auf den heiligen Fluss Ganges zu schauen war ein besonders markantes Erlebnis.
- Unsere Begegnung mit drei verschiedenen Schulen und deren Schülern in Chandigar, Dehradoon und Delhi werden uns in eindrucksvoller Erinnerung bleiben. Mit Delhi hoffen wir einen dauerhaften Kontakt entwickeln zu können.
Worüber müsste man noch berichten? Es gibt unzählige Details: Tägliches 16-Stunden-Programm; Moloch New Delhi; Kühe überall; unbeleuchtete Kamelgespanne in entgegen gesetzter Fahrtrichtung eines vierspurigen Highways; Herzlichkeit und Armut; Paläste und Slums; abwechselndes Sitzen auf dem Luxusplatz in der offenen Türe des Schnellzuges; „Lost in India – Drama in Rishikesh“; Wimmelbasar in Jaipur; Affen als Balkongäste und Ersatzwecker; Kulturattaché der deutschen Botschaft zu Gast beim letzten Abendessen ….
Worte könne kaum ausdrücken, was uns diese zwei Wochen geschenkt haben. Rajvinder Singh und unseren Schulen sind wir dankbar für diese angefüllten, abwechslungs- und erlebnisreichen aber auch überaus strapaziösen zwei Wochen in Indien.